Größer ist besser


Mittelformatsystem GFX von Fujifilm

In der Vergangenheit hatte Fujifilm immer wieder mit außergewöhnliche Mittelformatkameras für Aufsehen gesorgt – die zeichneten ihre Bilder freilich noch mittels Rollfilm auf. Das erfolgreiche digitale X System basiert auf einem deutlich kleineren, dem APS-C-Format. Nun knüpft das japanische Unternehmen mit einer digitalen Mittelformatkamera an die fast vergessene Tradition an. Das zur photokina vorgestellte Mittelformatsystem GFX vereint das komfortable Handling der X-Systemkameras mit der extrem hohen Bildqualität des digitalen Mittelformats. Die Kamera verfügt über einen 51,4 Megapixel-Sensor mit einer Größe von 43,8 x 32,9 mm und einem Seitenverhältnis von 4:3. Bei Bedarf kann das Seitenverhältnis aber auch auf 3:2. 1:1, 4:5, 6:7 oder 6:17 angepasst werden – Formate, die in der ana­logen Fotografie sehr beliebt waren. Die hohe Auflösung des Sensors erlaubt den jeweiligen Beschnitt.

Bei GFX handelt es sich, wie auch bei der X-Serie, um ein spiegelloses Kamerasystem. Entsprechend ist das Gehäuse im Vergleich zu den – mit Ausnahme der ebenfalls neuen Hasselblad X1D – auf Spiegelreflextechnik basierenden Mittelformatkameras deutlich kompakter und leichter. Der im Lieferumfang enthaltene elektronische Sucher ist abnehmbar. Interessant ist ein zum Sucher passender Adapter, der es erlaubt, ihn zu drehen und nach oben zu klappen und der so die Vorzüge eines Winkelsuchers bietet. Die Kamera verfügt über einen Schlitzverschluss und entsprechend sind auch die zunächst lieferbaren Objektive so ausgelegt. Man behält sich aber vor, künftig auch Zentralverschluss-Objektive anzubieten, die aufgrund der dann möglichen sehr kurzen Synchronzeit vor allem bei Studiofotografen beliebt sind. Das bietet sich an, wenn beispielsweise im Studio mit einem externen Monitor gearbeitet wird oder wenn man mit einer besonders kompakten Kamera fotografieren möchte und dann das bewegliche Display für die Einstellung des Bildes nutzt. Als Zubehör wird es für die Kamera einen Hochformat-Batteriehandgriff geben. Wichtig für Studiofotografen ist die Option des Tethered-Shooting über einen angeschlossenen Computer. Darüber hinaus dürfte die Kamera aber auch für anspruchsvolle Landschafts- und Makrofotografen interessant sein. Zunächst sollen sechs wetterfest versiegelte und mit Blendenring ausgestattete Objektive verfügbar sein. Wobei direkt zum Verkaufsstart Anfang 2017 drei Objektive lieferbar sein sollen: Im einzelnen sind das eine Standardfestbrennweite GF 63 mm F2.8 R WR (50 mm Kleinbild), ein Weitwinkelzoom GF 32-64 mm F4 R LM WR (25-51 mm Kleinbild), ein Telemakro (Abbildungsmaßstab 1:2) GF 120 mm F4 Macro R LM OIS WR (95 mm Kleinbild). Im Lauf des Jahres werden dann ein lichtstarkes leichtes Tele GF 110 mm F2 R LM WR (87 mm Kleinbild), ein Superweitwinkel GF 23 mm F4 R LM WR (18 mm Kleinbild) sowie ein leichtes Weitwinkel GF 45 mm F2,8 R WR (35 mm Kleinbild) folgen. 

Zudem sollen Adaptierungslösungen für Objektive anderer Hersteller angeboten werden. Genaue Termine für die Verfügbarkeit und den Preis standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Vermutlich wird die Kamera aber mit einem Objektiv für unter 10.000 € zu haben sein.

Mehr zum Mittelformatsystem GFX unter www.fujifilm.de

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