Italienischer Meister


Gianni Berengo Gardin in der Leica Hall of Fame

Gianni Berengo Gardin, der wohl meist beachtete italienische Fotograf der Nachkriegszeit, wurde für sein Lebenswerk am 15. November  von der Firma Leica mit dem Leica Hall of Fame Award in Rom ausgezeichnet. Seine Werke werden im Rahmen der großen Ausstellung „Grandi Maestri. 100 Anni di Fotografia Leica“ im Complesso del Vittoriano – Ala Brasini  bis 18. Februar 2018 präsentiert. Gianni Berengo Gardin hat maßgeblich den italienischen Bildjournalismus geprägt. Seit über 60 Jahren präsentiert er mit seinen Fotografien einen einzigartigen Blick auf Land und Leute, den Alltag und die besonderen Momente des Lebens. Er widmet sich in seinen Arbeiten hauptsächlich der Reportage-, Architektur- und Reisefotografie und publizierte rund 200 Bücher.

Besonders hervorzuheben ist seine herausragende Arbeit, die er 1969 in dem Buch „Morire di Classe“ veröffentlichte. Berengo Gardin machte mit diesem Buch bewusst und besonders eindrücklich auf die Lage psychisch Kranker aufmerksam. Sein Buch sorgte für heftige Diskussionen, was letztendlich zu Reformen im italienischen Gesundheitswesen führte. Immer wieder ist es ihm gelungen, die Balance zwischen tagesaktueller Situationsbeschreibung und zeitlosem Moment zu halten. Daher sind viele seiner Bilder, die ursprünglich im Kontext einer Reportage oder Buchveröffentlichung standen, heute Ikonen der klassischen Fotografie des 20. Jahrhunderts. „Kaum einer versteht es auf so eindrucksvolle und herausragende Art und Weise Komik und Tragik zugleich in einem Bild festzuhalten wie Gianni Berengo Gardin. In den vielen Jahrzehnten seiner Tätigkeit hat er Italien in all seinen Facetten fotografiert – seine Bilder bestechen durch ihre Genauigkeit und das oft sozial engagierte Auge des Fotografen. Bereits 1995 wurde er mit dem weltweit renommierten Leica Oskar Barnack Award ausgezeichnet. Mit dem Leica Hall vom Fame Award ehren wir Gianni Berengo Gardin nun für sein Lebenswerk sowie sein unermüdliches und gleichermaßen herausragendes Engagement als Fotograf“, erklärt Karin Rehn-Kaufmann, Generalbevollmächtigte Leica Galerien International. Gianni Berengo Gardin, am 10. Oktober 1930 in Santa Margherita (Ligurien) geboren, verbrachte seine Kindheit in Rom. Nach dem zweiten Weltkrieg zog seine Familie nach Venedig. Berengo Gardin, seit früher Jugend Amateurfotograf, entschied sich für die professionelle Fotografie und arbeitete bis 1965 als Fotoreporter für die Zeitschrift Il Mondo. 1964 zog er nach Mailand, wo er ein Studio für Mode-, Werbe- und Still Life Fotografie eröffnete. Berengo Gardin publizierte rund 200 Bücher und erhielt zahlreiche Auszeichnungen u.a. den Prix Brassaï 1990 sowie den Leica Oskar Barnack Award 1995. Gianni Berengo Gardin erhielt im Rahmen des Leica Hall of Fame Awards eine speziell für ihn angefertigte vollmechanische, analoge Leica M-A mit Objektiv. 

Bildnachweise: 
Venezia, 1960 © Gianni Berengo Gardin, Courtesy Fondazione Forma per la Fotografia (oben)
Gianni Berengo Gardin, © Luca Nizzoli Toetti (unten)

Weitere Infos zur Leica Hall of Fame unter www.leica-camera.com

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