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Europäischer Naturfotograf 2025

Gesamtsieger: Luca Lorenz aus Deutschland

Es war ein besonderer, emotionaler Moment, als am Abend des 24. Oktober der Gesamtsieger des von der GDT ausgelobten Wettbewerbs »Europäischer Naturfotograf des Jahres« zum 25. Mal verkündet wurde. Luca Lorenz aus Deutschland ist mit seinen 20 Jahren der jüngste Gewinner in der Geschichte des Wettbewerbs. Nachdem er einige Wochen zuvor bereits beim »Wildlife Photographer of the Year« in London mit seinen Bildern für Aufsehen gesorgt hatte, berührte er die Anwesenden nun mit seinem Schwarzweißbild »Stille Verzweiflung«, das die Jury, bestehend aus Rosamund Kidman Cox (UK), Serena Dzenis (AU/IS), Aaron Gekoski (UK), Agorastos Papatsanis (GR) und Bruno D’Amicis (IT) aus rund 24.500 Aufnahmen aus 48 Ländern am meisten überzeugte.

Viele Tage lang beobachtete Luca aus der Ferne eine Baumhöhle tief in einem deutschen Wald, in der ein Sperlingskauzpaar nistete. Eines Tages verschwand das Weibchen – wahrscheinlich war es von einem Waldkauz oder Habicht getötet worden. Als die Jungen nach etwa einer Woche die Höhle verließen und auf den Ästen hockten, da sie noch nicht fliegen konnten, hatte das Männchen große Mühe, sich alleine um sie zu kümmern. Am Morgen nach ihrer ersten Nacht im Freien fand er das Männchen, das eine Maus in seinen Krallen hielt. Es machte keine Anstalten, sie zu fressen, sie war eindeutig für die Jungvögel bestimmt. Immer wieder rief der Kauz nach ihnen, doch es kam keine Antwort.

Luca Lorenz: »Ich hatte das Gefühl, dass ich die Verzweiflung in seinen suchenden Augen sehen konnte, als ich dieses Bild machte. Die Jungvögel kehrten nie zurück. Wahrscheinlich waren sie in dieser ersten Nacht einem Beutegreifer zum Opfer gefallen. Es war herzzerreißend für mich, diese Situation mit anzusehen.« Luca Lorenz ist leidenschaftlicher Wildtierfotograf. Er hat sich sein Handwerk autodidaktisch mit viel Neugier, Leidenschaft, Ausdauer und Experimentierfreude selbst beigebracht. Im Kommentar der Jury schreibt Bruno D’Amicis über das Bild »Es ist eine zeitlose Geschichte von Tod und Überleben, erzählt ohne Brutalität oder Blut, ohne Gewinner oder Verlierer, ohne Moral. Eine nuancierte, sanfte Erinnerung daran, dass es in der Natur kein böse gibt.«

Luca Lorenz ist ein 20-jähriger Wildtierfotograf aus dem Norden Berlins. Schon als Kind streifte er mit wachen Augen durch Wälder, Gärten und Wiesen – meist mit Blick nach oben, dorthin, wo die Vögel singen. Heute ist aus dieser frühen Begeisterung für die Natur eine tiefe Leidenschaft geworden: die Wildtierfotografie. Luca verbrachte unzählige Stunden in der Natur mit der Kamera und entwickelte ein ganz eigenes Gefühl für Bildkomposition, Licht und Perspektiven, völlig frei von klassischen Regeln. | www.lucalorenz.de

Neben dem Gesamtsieger wurden in neun Kategorien – von Vögeln, über Pflanzen & Pilze und Landschaft bis hin zu Mensch & Natur – sowie in den Sonderkategorien (Rewilding Europe und Fritz Pölking Preis) wieder zahlreiche bemerkenswerte Aufnahmen geehrt, die allesamt in einem Katalog, erschienen im Tecklenborg Verlag, versammelt sind, sowie auf www.gdtfoto.de

Europäischer Naturfotograf des Jahres
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Dieser Artikel erschien erstmals in NaturFoto 12/2025

GDT – Gesellschaft für Naturfotografie