Fritz Pölking Preis 2025
Erneut geht der Fritz Pölking Preis nach Spanien: Nach Hector Cordero im letzten Jahr heißt der Preisträger nun Javier Aznar. Der Fotograf, der sich auf naturkundliche Storys und die Beziehung zwischen Menschen und Wildtieren konzentriert, wird für seine Serie »Liebe, Hass und Klapperschlangen« mit dem vom Tecklenborg Verlag zusammen mit der GDT ausgelobten Preis geehrt. Der Jugendpreis geht an den Norweger Tobias Gjerde für seine Serie über die Widerstandfähigkeit von Tieren im norwegischen Winter.
Javier Aznar hat sich für seine Serie intensiv mit der komplexen Beziehung zwischen Menschen und Klapperschlangen, insbesondere im Westen der USA, auseinandergesetzt. Im Laufe der Geschichte wurden Klapperschlangen als Symbole der Erneuerung verehrt, wie auch als Abgesandte der Unterwelt geschmäht. In den USA gelten sie als Symbol der Freiheit. Doch trotz ihrer großen kulturellen und ökologischen Bedeutung werden die ikonischen Bewohner des US-amerikanischen Westens bis heute brutal verfolgt, etwa bei Schlangenjagden wie dem »Sweetwater Rattlesnake Roundup«.
Andere Gemeinden wiederum gehen mittlerweile andere Wege und rücken die Schlangen und ihre ökologische Bedeutung, zum Beispiel zur Kontrolle der Nagetierpopulation, in den Mittelpunkt. Wo früher Schlangen gejagt wurden, findet heute Aufklärung statt. Javier Aznar vereint in seiner preisgekrönten Serie diese unterschiedlichen Spannungsfelder und Themen, von der gezielten Tötung der Schlangen durch Menschen über die medizinische Bedeutung des Schlangengifts und die Gefährdung der Tiere im Straßenverkehr bis zur Annäherung von Schlangen und Menschen bei Bildungsveranstaltungen. Javier Aznar ist Associate Fellow der iLCP und Mitglied von The Photo Society. Er ist außerdem Fotograf für National Geographic und seine Arbeiten wurden in internationalen Zeitschriften wie GEO, Smithsonian Magazine, Ranger Rick und BBC Wildlife veröffentlicht. Er hofft, mit seinen Bildern die Öffentlichkeit auf die Schutzbedürftigkeit von Wildtieren aufmerksam zu machen.
Die Jury des Fritz Pölking Preises bestand aus Rosamund Kidman-Cox, Serena Dzenis, Aaron Gekoski, Agorastos Papatsanis und Bruno D’Amicis, die auch den Wettbewerb »Europäischer Naturfotograf des Jahres« juriert haben, sowie Patrick Brakowsky vom Magazin NaturFoto. Letzterer schreibt in dem Kommentar der Jury: »›Liebe, Hass und Klapperschlangen‹ konfrontiert uns unmittelbar mit unserem Umgang mit anderen Lebewesen, setzt aber dabei nicht allein auf den Schockmoment, sondern veranschaulicht die Komplexität des Themas auf vielfältige Weise. (…) Dem Fotografen ist das Kunststück gelungen, Bilder zu erstellen, die einen Sachverhalt sowohl erzählerisch als auch ästhetisch auf hohem Niveau auf den Punkt bringen.«
Fritz Pölking Jugendpreis 2025
Im Gegensatz zu der komplexen Geschichte an der Schnittstelle von Mensch und Tier von Javier Aznar ist Tobias Gjerdes Serie auf fast minimalistische Weise geprägt von der Urwüchsigkeit und Schroffheit des norwegischen Winters. Der 22jährige Fotograf erzählt in seinen hervorragend gestalteten Bildern, wie es Tieren mit enormer Widerstandsfähigkeit gelingt, den Extremen aus Schnee, Eis und Wind zu trotzen. »Die Jury zeigte sich beeindruckt, wie es diesem jungen Fotografen gelungen ist, ein breites Artenspektrum mit einer so klaren inhaltlichen und ästhetischen Ausrichtung zu fotografieren. Tobias‘ fotografischer Umgang mit Schnee und Wind, den schwachen Farben des nordischen Winters, sein Einfühlungsvermögen in jede einzelne Tierart bewegen sich auf hohem Niveau«, heißt es im Kommentar der Jury.
Dieser Artikel erschien erstmals in NaturFoto 11/2025
GDT – Gesellschaft für Naturfotografie
Sämtliche Siegerbilder finden Sie auf der Homepage der GDT
